Die Geschichte der jüdischen Wohnstiftungen in Hamburg ist eng mit der Entwicklung der jüdischen Gemeinde in der Stadt verbunden. Schon im 17. Jahrhundert, als jüdische Kaufleute und Handwerker begannen sich in Hamburg niederzulassen, spielten diese Stiftungen eine wichtige Rolle im sozialen Leben der jüdischen Bevölkerung. Ab 1649 gründeten jüdische Gemeinschaften etwa ein Drittel der Wohnstiftungen in Hamburg. Sie wurden gegründet, um Bedürftigen und älteren Gemeindemitgliedern eine sichere Unterkunft zu bieten, und spiegelten die philanthropische Tradition der jüdischen Gemeinschaft wider.

Ab dem 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Stiftungen in Hamburg zu. Diese Stiftungen waren in der Regel so organisiert, dass sie Wohnungen an Bedürftige vermieteten, wobei jeweils ein Drittel der Wohnungen für jüdische und zwei Drittel für nichtjüdische Mieterinnen vorgesehen waren. Diese Mischung symbolisierte die Bemühungen um ein harmonisches Zusammenleben zwischen den religiösen Gruppen, vor allem in einer Zeit, in der die jüdische Bevölkerung noch immer diskriminiert wurde.

Während des Nationalsozialismus wurden viele jüdische Wohnstiftungen in Hamburg als sogenannte „Judenhäuser“ genutzt. Diese Häuser dienten dazu, jüdische Familien zu isolieren und unter schwierigen Bedingungen zusammenzupferchen, nachdem sie aus ihren eigenen Wohnungen vertrieben oder enteignet worden waren. Die Nazis zwangen die jüdische Bevölkerung in diese Sammelstellen zu ziehen, bevor sie in Konzentrationslager oder Ghettos deportiert wurden.

Die ursprünglich als soziale Einrichtungen gegründeten Stiftungen wurden während dieser Zeit missbraucht und entweiht. Viele jüdische Menschen erlebten dort das letzte Kapitel ihres Lebens, bevor sie in die Vernichtungslager deportiert wurden. Die meisten dieser Stiftungen wurden in dieser Zeit von den Nazis enteignet oder in „arische“ Hand überführt.

Die Geschichte der jüdischen Wohnstiftungen in Hamburg ist daher nicht nur eine Geschichte des sozialen Engagements und des interkulturellen Dialogs, sondern auch eine von Verlust und Zerstörung im Kontext des Holocausts. Das Erbe dieser Stiftungen bleibt ein wichtiges Symbol für das jahrhundertelange Engagement der jüdischen Gemeinschaft in Hamburg.