Benjamin Leja wurde am 5. Dezember 1797 in Hamburg als Sohn des Kaufmannes und Reeders Joseph Feitel Leja (auch Josbel Levy) geboren. Benjamin machte im damals dänischen Altona eine Ausbildung zum Optiker und heiratete hier 1816 Malchen Levy (1791 bis 1828) mit der er vier Kinder bekam: Adolf (1817 bis 1874), Hermann (1818 bis 1880) Auguste (1821 bis 1847) und Joseph (1823 bis 1863).
1822/23 siedelte Leja sich in Stockholm an und erhielt auf Antrag die schwedische Staatsbürgerschaft. Er richtete eine Werkstatt für optische Geräte ein und vertrieb Brillen, Thermometer und Barometer auf Handlungsreisen durch Südschweden. Lukrativer war jedoch der Betrieb des illegalen Glücksspiels Biribi, weswegen er mehrfach angezeigt wurde.
Leja versuchte dann in Stockholm eine Lizenz für den Verkauf von Galanteriewaren zu erhalten, in den er seine optischen Geräte einbeziehen wollte. Jedoch lehnte das Kommerz-Kollegium das Ersuchen ab. Juden und vor allem jüdische Einwanderer waren zahlreichen Einschränkungen unterworfen und besonders die fortschrittlichen Kaufleute unter ihnen wurden als Konkurrenten angesehen.
Einen entscheidenden Fürsprecher fand Leja hingegen in König Karl XIV. Johann (der ehemalige französische Revolutionsgeneral Jean Baptiste Bernadotte war mit diesem Namen seit 1818 König von Schweden und Norwegen), der ihm 1826 die Lizenz erteilte. Außerdem erhielt er von diesem die Genehmigung für einen Glückspielbetrieb und Leja errichtete ein dann sehr gut besuchtes, elegantes Casino in Ramlösa/Helsingborg. Als unter Oskar I. (seit 1844 König von Schweden) das Glücksspiel in Schweden grundsätzlich verboten wurde hat Leja das Casino für wohltätige Zwecke gespendet.
Sein Kaufhaus konnte er in bester Lage am Gustav-Adolfs-Tor in Stockholm eröffnen, das sich mit dem modernen Konzept und dem Warenangebot einer großen Beliebtheit erfreute und sehr erfolgreich lief. Jedoch wurde Leja immer wieder in der Presse verunglimpft, auch mit antijüdisch motivierten Vorwürfen. 1835 hat sich der Witwer in Altona aufgehalten und hier Auguste David (1812 bis 1892) geheiratet, mit der er zwei weitere Töchter bekommen sollte.
1838 wurden die bürgerlichen Beschränkungen für Juden in Schweden weitgehend aufgehoben und Leja erhielt im gleichen Jahr die Ernennung zum Königlichen Hofoptiker. Das Kaufhaus wurde vergrößert und das Sortiment um Kleidung, Gläser, Schmuck, Taschen, Parfüm und andere Luxusgüter erweitert, die Leja auf Einkaufsreisen durch Europa erwarb.
Die Söhne aus erster Ehe waren als Kaufleute in Stockholm tätig. Der jüngste, Joseph, arbeitete zunächst in der Firma des Vaters, bevor er sich um 1850 mit einem eigenen Kaufhaus und in Konkurrenz zum Vater selbständig machte. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen zwischen den beiden mündeten in einen langen Gerichtsprozess, den der Vater schließlich gewann.
Benjamin Leja verließ Stockholm und war für wenige Jahre in Norrköping ansässig. 1855 legte er die schwedische Staatsbürgerschaft nieder und zog nach Paris. Auch hier eröffnete er ein florierendes Geschäft mit optischen Geräten und wurde von Napoleon III. zum Kaiserlichen Hofoptiker ernannt.
Der Sohn Joseph Leja verstarb 1863 in Frankfurt am Main, vermutlich auf einer Geschäftsreise. Dessen einzige Tochter Mathilda führte das väterliche Kaufhaus mit ihrem Ehemann, dem eingewanderten deutschen Juden Simon Sachs, weiter, der bereits bei ihrem Vater als Geschäftsführer tätig war. Sachs hat das Geschäft zusammen mit seinen Brüdern erfolgreich weiter ausgebaut und den Grundstock für das noch heute existierende Luxuskaufhaus Nordiska Kompaniet gelegt.
1863 zog Benjamin Leja nach Altona und erwarb ein Haus in der Palmaille, hielt sich jedoch ein Jahr später noch einmal in Stockholm auf, wo er eine Stiftung für jüdische und christliche Arme errichtete. Auch in Altona wurde er als großer Wohltäter bekannt.
1866 hat er eine neue, moderne Uhr für das Altonaer Rathaus gestiftet. Noch zu seinen Lebzeiten war 1869 in der Großen Bergstraße 250 das „Leja-Stift“ eröffnet worden mit 45 Wohnungen. Testamentarisch hatte er eine weitere Wohnstiftung verfügt, das 1883 dann in der Großen Gärtnerstraße 122 (heute Thadenstraße) errichtete „Joseph Leja-Stift“ mit zunächst 20 Wohnungen. Die Stiftswohnungen waren jeweils zu einem Drittel für Juden und zwei Drittel für Nichtjuden bestimmt.
Benjamin Leja starb am 7. Juli 1870 in Altona und ist auf dem jüdischen Friedhof Königsstraße beigesetzt worden.
Altonaer Mercur, 12. Juli 1870
„Die Beerdigung des hier verstorbenen Rentners Benjamin Leja fand am Sonntagmittag von dem Trauerhause in der Palmaille aus statt. Es folgten der Leiche die Herren Etatsrath Bürgermeister v. Thaden, Oberst v. Bonin, Kreisgerichtsrath Vogler, die Stadtverordneten Warburg, Rudolphi und Hell, Stadtbaumeister Winkler und eine große Anzahl sonstiger hiesiger Einwohner. Der Zug bewegte sich durch die Palmaillenstraße, die Behn- und Schillerstraße vorbei dem Leja-Stifte in der großen Bergstraße und von dort durch die Blücherstraße nach dem israelitischen Kirchhofe in der Königstraße.“
Dr. Angela Schwarz
